Können UV-Lacke und Gele Allergien auslösen?

Immer wieder wird gefragt, ob UV-Lacke oder Gele Allergien auslösen können.

Grundsätzlich gilt: Wie andere Nagelprodukte können auch UV-härtende Produkte Inhaltsstoffe enthalten, die bei manchen Menschen Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Anwenderin eine Allergie entwickelt oder UV-Lacke und Gele grundsätzlich problematisch sind.

Warum können UV-Lacke und Gele allergische Reaktionen auslösen?

UV-Lacke und Gele enthalten Inhaltsstoffe, die dafür sorgen, dass das Material unter einer geeigneten UV-/LED-Lampe aushärtet.

Dazu können verschiedene Acrylate und Methacrylate sowie Photoinitiatoren gehören. Bestimmte Inhaltsstoffe können sensibilisierend wirken und bei bereits sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen.

Welche Stoffe enthalten sind, hängt vom jeweiligen Produkt und seiner Rezeptur ab.

Welche Rolle spielt Hautkontakt?

Hautkontakt mit unausgehärtetem UV-Material sollte vermieden werden.

UV-Lacke und Gele sollten deshalb kontrolliert auf den Nagel aufgetragen werden, ohne Nagelhaut oder umliegende Haut mit dem Produkt zu benetzen.

Auch bei Produkten, die als HEMA-frei bezeichnet werden, sollte Hautkontakt vermieden werden. HEMA-frei bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt frei von anderen Acrylaten oder Methacrylaten ist.

→ HEMA, HPMA und andere Acrylate erklärt

Warum ist die richtige Aushärtung wichtig?

UV-härtende Produkte müssen entsprechend den Angaben des jeweiligen Herstellers ausgehärtet werden.

Dabei spielen unter anderem die vorgesehene Aushärtungszeit, die verwendete Lampe und die aufgetragene Materialmenge eine Rolle.

Eine nicht ausreichende Aushärtung kann dazu führen, dass das Material nicht die vorgesehenen Eigenschaften erreicht. Deshalb sollten die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts und die Angaben zur Aushärtung beachtet werden.

Löst die UV-/LED-Lampe selbst eine Kontaktallergie aus?

Bei allergischen Kontaktreaktionen auf UV-Lacke und Gele stehen in erster Linie Inhaltsstoffe der verwendeten Produkte im Fokus – nicht das Licht der Lampe selbst.

UV-Strahlung kann jedoch unabhängig davon andere Hautreaktionen hervorrufen. Deshalb sollte man Produktallergien und mögliche Reaktionen auf UV-Strahlung nicht miteinander gleichsetzen.

Ist HEMA der einzige relevante Stoff?

Nein. HEMA wird häufig genannt, ist aber nur einer von verschiedenen Stoffen, die in Nagelprodukten eine Rolle spielen können.

Auch andere Acrylate und Methacrylate können relevant sein. Die Bezeichnung „HEMA-frei“ bedeutet deshalb nicht automatisch „allergenfrei“ oder „methacrylatfrei“.

Wie lässt sich unnötiger Kontakt reduzieren?

  • UV-Lacke und Gele kontrolliert auftragen
  • Hautkontakt mit unausgehärtetem Material vermeiden
  • Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts beachten
  • Vorgesehene Aushärtungszeit und geeignete Lampe verwenden
  • Bei Hautreaktionen die Anwendung stoppen

Bei anhaltenden, wiederkehrenden oder stärker werdenden Beschwerden sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden. Anhand von Hautveränderungen allein lässt sich eine Allergie nicht sicher feststellen.

Fazit

UV-Lacke und Gele können Inhaltsstoffe enthalten, die bei einzelnen Personen Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen können.

Besonders wichtig sind ein möglichst hautkontaktfreier Auftrag und die korrekte Aushärtung entsprechend der Produktanleitung. Auch HEMA-freie Produkte sind nicht automatisch frei von anderen Acrylaten oder Methacrylaten.

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