HEMA, HPMA und andere Acrylate – was steckt hinter diesen Begriffen?
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HEMA, HPMA und andere Acrylate – was steckt hinter diesen Begriffen?
Wer sich mit Nageldesign, UV-Lacken, Gelen oder Dipping Nails beschäftigt, stößt früher oder später auf Begriffe wie HEMA, HPMA, Di-HEMA oder Acrylate.
Besonders häufig wird dabei über HEMA diskutiert. Gleichzeitig entsteht oft der Eindruck, dass ausschließlich HEMA für mögliche Allergien oder Sensibilisierungen verantwortlich sei.
Die Realität ist deutlich komplexer.
Tatsächlich gehören HEMA, HPMA und viele weitere Stoffe zur großen Gruppe der Acrylate beziehungsweise Methacrylate.
In diesem Artikel erfährst du, was hinter diesen Begriffen steckt und warum HEMA-frei nicht automatisch allergenfrei bedeutet.
Was sind Acrylate überhaupt?
Acrylate und Methacrylate sind chemische Verbindungen, die in vielen Nagelprodukten verwendet werden.
Sie sorgen unter anderem dafür, dass Gele, UV-Lacke oder andere Modellagematerialien nach dem Aushärten ihre Festigkeit, Haftung und Haltbarkeit erhalten.
Innerhalb dieser Stoffgruppe gibt es zahlreiche unterschiedliche Verbindungen mit unterschiedlichen Eigenschaften.
HEMA und HPMA sind lediglich zwei Beispiele aus dieser großen Stoffgruppe.
Was ist HEMA?
HEMA steht für Hydroxyethyl Methacrylate.
Dieser Stoff wird seit vielen Jahren in verschiedenen Nagelprodukten eingesetzt und ist vermutlich einer der bekanntesten Vertreter der Methacrylate.
HEMA wird häufig diskutiert, weil er in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und dermatologischen Untersuchungen regelmäßig im Zusammenhang mit Kontaktallergien genannt wird.
Deshalb achten viele Verbraucherinnen gezielt auf die Kennzeichnung „HEMA-frei“.
Mehr dazu findest du hier:
Was ist HEMA und warum wird es so häufig diskutiert?
Was ist HPMA?
HPMA steht für Hydroxypropyl Methacrylate.
Auch HPMA gehört zur Gruppe der Methacrylate und wird in verschiedenen Nagelprodukten verwendet.
Obwohl deutlich häufiger über HEMA gesprochen wird, kann auch HPMA im Zusammenhang mit Kontaktallergien oder Sensibilisierungen diskutiert werden.
Deshalb sollte HPMA nicht automatisch als vollkommen unproblematische Alternative betrachtet werden.
Was ist Di-HEMA?
Di-HEMA ist die Kurzbezeichnung für verschiedene Stoffe, die auf HEMA basieren oder HEMA-Bestandteile enthalten können.
In Inhaltsstofflisten findet man beispielsweise Bezeichnungen wie:
- Di-HEMA Trimethylhexyl Dicarbamate
- Di-HEMA Trimethylhexyl Dicarbamate Oligomer
Diese Stoffe unterscheiden sich chemisch von reinem HEMA, gehören jedoch ebenfalls zur Gruppe der Methacrylate.
Auch hier gilt: Die bloße Abwesenheit von HEMA bedeutet nicht automatisch, dass keinerlei Sensibilisierungsrisiko besteht.
Warum werben manche Hersteller mit HEMA- und HPMA-frei?
HEMA und HPMA gehören zu den bekanntesten Methacrylaten im Nageldesign. Deshalb achten viele Verbraucherinnen gezielt auf diese beiden Stoffe.
Einige Hersteller entwickeln ihre Produkte deshalb ohne HEMA und ohne HPMA und kennzeichnen diese entsprechend als „HEMA-frei“ oder „HEMA & HPMA-frei“.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Produkt keine anderen Acrylate oder Methacrylate enthält.
HEMA- und HPMA-frei beschreibt lediglich, dass diese beiden Stoffe nicht enthalten sind. Welche weiteren Inhaltsstoffe verwendet werden, lässt sich nur anhand der vollständigen Inhaltsstoffliste beurteilen.
Deshalb sollte HEMA- und HPMA-frei nicht automatisch mit allergenfrei oder risikofrei gleichgesetzt werden.
Warum wird meistens nur über HEMA gesprochen?
HEMA ist einer der bekanntesten Stoffe innerhalb dieser Stoffgruppe.
Dadurch entsteht häufig der Eindruck, dass ausschließlich HEMA relevant sei.
Tatsächlich können jedoch verschiedene Acrylate und Methacrylate bei empfindlichen Personen eine Rolle spielen.
Die Diskussion beschränkt sich deshalb in Fachkreisen nicht ausschließlich auf HEMA.
Bedeutet HEMA-frei automatisch allergenfrei?
Nein.
HEMA-frei bedeutet lediglich, dass kein HEMA enthalten ist.
Es bedeutet nicht automatisch:
- allergiefrei
- sensibilisierungsfrei
- für jede Person geeignet
- risikofrei
Auch andere Acrylate oder Methacrylate können bei empfindlichen Personen eine Rolle spielen.
Deshalb sollte die Kennzeichnung „HEMA-frei“ nicht mit „allergenfrei“ gleichgesetzt werden.
Mehr dazu findest du hier:
Was bedeutet HEMA-frei wirklich?
Warum ist die richtige Anwendung wichtiger als Schlagworte?
Unabhängig davon, welche Stoffe ein Produkt enthält, bleibt ein Punkt besonders wichtig:
Hautkontakt mit unausgehärtetem oder nicht vollständig getrocknetem Material sollte möglichst vermieden werden.
Eine saubere Verarbeitung, das Einhalten der Herstellerangaben und das Vermeiden von Hautkontakt gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Umgang mit Nagelprodukten.
Mehr dazu findest du hier:
Wie lässt sich das Risiko reduzieren?
Fazit
HEMA, HPMA, Di-HEMA und viele weitere Stoffe gehören zur großen Gruppe der Acrylate beziehungsweise Methacrylate.
HEMA ist zwar der bekannteste Vertreter, jedoch nicht der einzige Stoff, der im Zusammenhang mit Sensibilisierungen oder Allergien diskutiert wird.
HEMA-frei oder HEMA- und HPMA-frei bedeutet deshalb nicht automatisch allergenfrei.
Entscheidend sind ein verantwortungsvoller Umgang mit den Produkten, das Vermeiden von Hautkontakt und eine saubere Anwendung.